Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Irgendwie habe ich das feeling dafür verloren, was überhaupt noch gut und schlecht ist und ob ich in einer Überarbeituung die Sache wirklich verbessere und nicht verschlimmbessere. Ich wünsche mir einen Lektor, der mit mir die Sache durchgeht und mich korrigiert.Ich habe eine meiner Geschichten einem bekannten Autor geschickt, der mir auf dem X-Con versprochen hatte, sie sich anzusehen, aber ich habe von dem auch nichts mehr gehört. Wer aber, wenn nicht die Erfahrenen, soll einem Unerfahrenen weiter helfen?

    Nun ja, das ist so eine Sache. Lektorat, das ist halt richtig Arbeit. Wenn Sie mal einen Blick auf die Website des Verbandes deutscher Lektoren und Lektorinnen werfen, die nehmen 8 Euro oder sowas pro Manuskriptseite, und das ist noch billig.

    Man kommt als Autor aber nicht nur aus finanziellen Gründen nicht darum herum, das Lektorieren selbst zu lernen. Sich selbst prüfen, das eigene Gefühl dafür, was man da geschrieben hat, zu entwickeln - das ist eine Kernkompetenz des Schreibers. Oder, wie Hemingway gesagt hat, als man ihn nach dem wichtigsten Hilfsmittel für Schriftsteller befragte: "Ein sicheres Gefühl für Mist."

    Man kann damit anfangen, daß man sich mit anderen Autoren (gleichen Erfahrungsstandes) zusammentut und sich gegenseitig lektoriert. Das hat den Vorteil, daß man bei den Sachen anderer nicht so "betriebsblind" ist wie bei den eigenen, den Splitter im Text des anderen leichter findet als den Balken im eigenen.


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