Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Sie sprachen von einer Höchstlänge für Anfängerromane. Gibt es auch eine Mindestlänge? Wann ist es zu kurz? An Ihre Umfänge komme ich nämlich bei weitem nicht ran, ich erreiche gerade mal die Hälfte.

    Also, Marcus Hammerschmitt schreibt auch lauter Sachen, die keine 200 Seiten stark sind, und wird veröffentlicht. Oder nehmen Sie Heftromane: da muß man alles auf 100 Seiten unterbringen. Es hängt also stark davon ab, was man machen will.

    300 Seiten für einen Roman, das ist eine Länge, die sich eingebürgert hat wie die anderthalb Stunden für einen Spielfilm. Im Kino kann man auch mal länger machen, im Fernsehen mit seinen starren Rastern ließe sich das schwerer unterbringen. Kürzere Filme gibt es auch, aber niemand geht ins Kino für einen 50-Minuten-Film.

    Grundsätzlich muß die Geschichte gut erzählt sein, die Sie erzählen wollen - nicht zu ausschweifend, nicht zu knapp, gerade richtig eben. Was "gerade richtig" ist - dafür muß man ein Gefühl entwickeln, das ist ein Teil des Schreibens. (Im allgemeinen entwickelt man dieses Gefühl durch LESEN.) Es gibt Geschichten, die sich auf 1000 Seiten ausbreiten, ohne langweilig zu werden - für andere sind selbst 150 Seiten zuviel.

    Was Sie tun müssen, ist, andere Bücher zum Vergleich zu nehmen. "Mein Roman wird ungefähr so etwas wie..." - der Vergleich kann sehr weit hergeholt sein, es geht ja nur um den Umfang.

    Ich denke manchmal, es ist besser, im Zweifelsfall zu dünn als zu dick zu sein. Freilich, rausstreichen ist einfacher als einfügen, aber heutzutage fühlen sich viele Leute von dicken Büchern abgeschreckt.


    www.AndreasEschbach.com
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