Leider gibt es im Handwerk des Schreibens so etwas was wie "Geheimtipps" nicht. Nicht wirklich. (Allenfalls sind manche Dinge so unbekannt, daß man meinen könnte, sie seien geheim.)
Es wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als Ihre Manuskripte Schritt um Schritt zu verbessern. Zuerst müssen Sie (mit Hilfe tapferer Testleser, aber bemühen Sie sich ruhig auch selber, einen einigermaßen objektiven Blick zu entwickeln) herausfinden: WO fehlt etwas, und WAS fehlt? Welche Handlungsstränge sind verlorengegangen, welche Settings nicht beschrieben/nicht wahrnehmbar, wo müßte man riechen, schmecken, hören, spüren, wo müßte es langsamer gehen, wo fehlen Details? Dann fügen Sie ein, was fehlt, glätten die Übergänge - und neuer Durchgang.
Einfügen ist schwieriger als Herausstreichen. Ergänzend können Sie deshalb, sozusagen als Gegengift:
(a) Bücher von Autoren lesen, die ein sehr langsames, ausuferndes Erzähltempo einschlagen. Ich lese gerade Diana Gabaldons "Ruf der Trommel"; die Autorin kriecht im Schneckentempo durch die Handlung, beschreibt sozusagen jeden Baum und jeden Ast an diesem Baum und vergißt auch nicht, die Blätter daran zu schildern ;-)
(b) übungshalber Dinge und Vorgänge sehr minutiös beschreiben und sich eine bestimmte Mindestlänge vornehmen. Beschreiben Sie das Aussehen eines Hühnereis auf 3 Seiten. Schildern Sie den Vorgang, ein Buch aus dem Regal zu ziehen und eine bestimmte Stelle darin zu suchen auf 5 Seiten. Beschreiben Sie eine Wand in Ihrem Arbeitszimmer auf 10 Seiten. Solche Dinge.
Worum es geht bei solchen Übungen: Um bessere, genauere, detailliertere Wahrnehmung. "Bevor man lernen kann zu schreiben, muß man lernen zu sehen, zu hören, zu fühlen" hat mal irgendjemand gesagt - ich wollte, ich wüßte jetzt, wer. Irgendwer jedenfalls, der wußte, wovon er redet.