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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Ich schreibe einen Roman, habe dabei keinerlei Ahnung, wie es am nächsten Tag weitergeht, aber mir fällt immer etwas ein, als wäre es
vorgezeichnet. Ich komme auf einen Durchschnitt von ungefähr fünf Seiten pro Tag (in jeweils etwa 2 Stunden). Danach geht mir sowohl Puste als auch Ideen aus, aber am nächsten Tag ist alles wieder wunderbar. Außerdem widerspreche ich dabei 90% aller mir bekannten "Regeln" zum Schreiben, zeichne keine Kapitel vor, plane keinen Plot, folge nur einem inneren Trieb, der die Geschichte vorzeichnet und
meinem Schreib- und Stilgefühl.
Wenn das so für Sie funktioniert, dann brauchen Sie ja auch keine "Regeln". Wenn Sie auf diese Weise Ihre Geschichte aufs Papier kriegen und die dann auch noch so ist, daß andere sie gerne lesen - wunderbar! Dann bleiben Sie dabei. Mir als Leser ist es egal, wie Sie es machen. Hauptsache, ich habe meinen Spaß beim Lesen.
Zu einem gewissen Grad schreibt jeder Autor so, auch die, die angeblich alles glasklar konzipieren. Man muß sich irgendwann der Geschichte hingeben, und Hingabe - naja, das ist so eine Sache. Das macht vielen Leuten Angst. Da haben sie lieber Regeln.
Schreiben ist wie Sex. Da gibt es auch jede Menge Know-how und Regeln und Do's und Don'ts - aber wenn man es macht, kommt irgendwann der Punkt, wo man all dieses Zeug wieder vergessen muß, wenn's gut werden soll.
www.AndreasEschbach.com
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