Wahrscheinlich ist es so, daß der Leser, wenn er das neue Kapitel anfängt, erst mal völlig verwirrt ist und sich mühsam zusammensuchen muß, wo er sich befindet und was eigentlich los ist. Wenn der Leser aber verwirrt ist, verschwindet die Spannung. Damit Spannung herrscht, muß der Leser genau wissen, wo er ist, mit wem er es zu tun hat und was gerade vor sich geht. Nur wenn das alles klar ist, kann er sich fragen, wie das alles enden wird - und darauf geSPANNt sein!
Das, was nicht interessant ist, sollte man natürlich weglassen. Um den Leser informiert zu halten, reicht es auch, wenn man ihm ein paar Anhaltspunkte gibt:
"Doris und Bernd heirateten drei Monate später an einem regnerischen Mittwoch im August, und als sie im Herbst nach Kleinfeinhausen in ein Reihenhaus am Waldrand zogen, wußten sie schon, daß Doris schwanger war. Als Felix drei Jahre alt war, sagte Doris eines Abends..."
Zwei Sätze, und schon haben wir vier Jahre (die Schwangerschaft mitgerechnet) übersprungen und können weitermachen.
Ein Autor, der diese Art erzählerischer Übergänge hervorragend beherrscht, ist Jeffrey Archer. Den kann ich Ihnen da als Vorbild ans Herz legen; ich lese ihn selber gern, erstens weil er toll schreibt, und zweitens, um von ihm zu lernen.