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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Ich habe mit einem Manuskript begonnen und bisher erst fünf Seiten geschrieben (das ist wahrhaftig nicht viel). Aber schon jetzt zweifle ich sehr stark an meinem Stil. Ich kann es einfach nicht beurteilen, ob das gut ist, was ich da zu Papier gebracht habe, oder nicht, selbst wenn ich das Geschriebene hinterher zehnmal durchlese.
Nach fünf Seiten alles durchzulesen und darüber nachzudenken, ob es gut ist, ist auch viel zu früh. Schreiben Sie erst den Roman oder die Kurzgeschichte, legen Sie sie einen Monat in eine Schublade und lesen Sie sie DANN ERST!
Seinen Stil entwickeln ist wie Einschlafen: Es gelingt einem nicht, wenn man sich anstrengt, es zu tun. Es muß nebenbei kommen. Konzentrieren Sie sich darauf, gute Geschichten zu erfinden und so gut zu erzählen, wie Sie können, dann kommt der Stil mit der Zeit von selber.
ES ZÄHLT NUR, WAS SIE FERTIG SCHREIBEN. Nur das bringt Sie weiter. Das Grübeln und Lamentieren dagegen nicht. Also schreiben Sie Ihre Dinger FERTIG, auch wenn Sie beim Schreiben das Gefühl haben, den größten Bockmist seit Erfindung der Schrift zu verzapfen. Wichtig ist, daß irgendwann ENDE darunter steht. Dann erst Manöverkritik, und wenn es Bockmist ist, okay, Boris Becker hat anfangs auch viele Bälle ins Netz gehauen. Neues Spiel, neues Glück. Übung macht den Meister, nicht Herumgejammere vor lauter Selbstzweifeln.
www.AndreasEschbach.com
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