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ü b e r d a s S c h r e i b e n
In meinem Kopf läuft die Geschichte schneller ab und entwickelt sich weiter als ich sie zu Papier bringen kann. Meine Phantasie läuft auf Hochtouren. Wo beginne ich? Könnte ich die Geschichte die abläuft auf Band sprechen und dann in weniger "kreativen" Minuten zu Papier bringen? Geht da nicht das gewisse Etwas verloren?
Das kann man nicht wissen, das müssen Sie einfach mal ausprobieren. Grundsätzlich muß jeder Autor die Methode finden und entwickeln, die zu ihm paßt. Eine Erzählung auf Band sprechen könnte ich nicht, aber es gibt Autoren, die überhaupt NUR diktieren, also spricht nichts Grundsätzliches dagegen. Vielleicht ist es ja sogar DIE Lösung für Sie - also: probieren Sie es aus!
Das "gewisse Etwas" ist allerdings nichts, das irgendwie durch Geschwindigkeit eingefangen werden müßte oder könnte. Gewiß gibt es Momente, in denen einem das Schreiben leicht von der Hand geht und der Text wie von selbst begnadet gut gelingt, und da hat das Schreiben durchaus etwas von "einfangen" - aber so schön es wäre, wenn man einen ganzen Roman in so einem Zustand schreiben könnte, in der Praxis geht es nicht. Da hat man auch Phasen, in denen man sich quält und die Worte alle schief und falsch wirken und sind, und da muß man eben auch durch. Ein großes Ganzes wird ein Roman erst durch Überarbeitung, und dabei kommt es darauf an, das "gewisse Etwas" gewissermaßen aus den Textbruchstücken herauszuschälen, die man in der Rohfassung angehäuft hat: wie ein Bildhauer alles wegzuhauen, was nicht dazugehört. Als gute Regel kann man sagen, daß mindestens 10-20% einer Rohfassung gestrichen werden müssen: die Kunst ist, zu erkennen, WELCHE 10-20%.
www.AndreasEschbach.com
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