Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Ich denke die Frage "Wie schreibt man GUT?" ist für mich nicht mit konkreten Ratschlägen "gut schreibt man so und so" zu beantworten.

    Genau das denke ich auch. "Wie schreibt man GUT?" - darauf gibt es keine Antwort, und es wird nie ein Rezept gefunden werden, keine Formel und kein Verfahren.

    Rezepte/Formeln - das sind nichts anderes als Genres, nicht wahr? Man nehme... eine Leiche, unklare Todesumstände, einen Ermittler. Menge etwas Konfusion bei, einen großen Schuß Spannung, und zum Schluß gebe man eine Lösung hinzu. Das nennt man "Krimi". Man nehme... eine Abweichung vom Alltag, die zu einer bedrohlichen Situation eskaliert, füge ein finsteres Komplott hinzu, fein abgeschmeckt mit einem standhaften Helden, lasse diesen im entscheidenden Augenblick ein Jota klüger/tapferer/stärker sein als den Bösewicht, und garniere dies am Schluß mit einer dramatischen Rettung in letzter Sekunde. Das nennt man "Thriller".

    Und es gibt es in jedem Genre gute, schlechte und mittelmäßige Werke. Die Frage, ob ein Text in ein Genre gehört oder nicht, führt deshalb nicht weiter. Das wäre etwa so sinnvoll wie zu sagen, ein Lied ist nicht gut, weil es ins Genre "Blues" fällt (Rezept hier: 4 Takte Tonika, 2 Takte Subdominante, 2 Takte Tonika, 1 Takt Dominante, 1 Takt Subdominante, 1 Takt Tonika, 1 Takt z.B. Dominant-Septakkord).

    Also, nochmal: die Frage "Wie schreibt MAN gut?" ist sinnlos. Aber die Frage "Wie schreibe ICH gut?" macht Sinn.


    www.AndreasEschbach.com
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