Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Ich möchte ab Montag mit dem täglichen Schreiben beginnen. Ich stelle mir 30 Minuten vor. Ich weiß zwar, dass ich mir damit ein sehr ehrgeiziges Ziel setze, aber ich traue mir zu, das zu schaffen. Es kann zwar immer mal vorkommen, daß man an einem Tag nicht dazu kommt, aber dann möchte ich die verlorene Zeit am nächsten Tag anhängen.

    Das wird nicht funktionieren. Wenn eine so hektische Zeit im Leben ist, daß man an zwei Tagen hintereinander nicht dazu kommt, sich 30 Minuten zurückzuziehen, um zu schreiben, dann sind das schon 1,5 Stunden am dritten Tag, und DIE Zeit ist dann erst recht nicht.

    Das ist zu buchhalterisch: Lassen Sie es. Unnötiger Streß.

    Machen Sie es andersherum: Schauen Sie sich Ihren Kalender der nächsten Tage an und reservieren Sie Zeit fürs Schreiben, wo es reinpaßt. Genau so, wie man Zeit fürs Kino, für Verabredungen usw. reservieren würde. Und versuchen Sie, DAS einzuhalten in 90% der Fälle. (So mach ich es seit Jahrzehnten, und das ist eine Methode, die auch sehr unruhige Zeiten übersteht.)

    Ein Schnitt von 30 Minuten pro Tag ist gut für den Anfang. Eigentlich nicht viel - ungefähr die Zeit, die man braucht, um die Tageszeitung einmal durchzusehen. Oder einmal Tagesthemen gucken. Und dafür ist ja irgendwie auch immer Zeit, nicht wahr? Also: Es geht darum, dem Schreiben eine hohe PRIORITÄT im Leben einzuräumen.


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