Ich kriege immer einen Reizhusten, wenn jemand mich in einem Atemzug mit dem Begriff 'Disziplin' nennt. In Wirklichkeit bin ich nämlich ein faules Rabenaas. Mit allen Tricks stupfe und stosse ich mich an die Arbeit - Etappenziele ("diese Woche bis zu der Szene mit dem Andockmanöver der Raumpiraten") helfen, ungewöhnliche Anstrengungen ("diese Woche jeden Morgen eine Seite vor dem Frühstück"), und so weiter.
Ich erzähle bei jeder Gelegenheit davon, warum nicht auch hier, wenn wir schon so schön beim Klönen sind: Ich schreibe ja mit einem selbstprogrammierten Textverarbeitungssystem (und sonne mich in dem Guiness-Buch-verdächtigen Gedanken, daß ich wahrscheinlich der einzige Schriftsteller bin, der dies von sich behaupten kann), das als wichtigste Funktion ein präzises Logbuch all meiner Aktionen mitführt, also: wann habe ich an welchem Kapitel geschrieben, wie lange dazu gebraucht, wieviele Anschläge habe ich in dieser Zeit vollbracht, usw. Und jedesmal, wenn ich meinen Rechner einschalte, erscheint automatisch eine Übersicht über die letzten drei Wochen und wieviele Seiten ich an jedem Tag geschaffen habe. Zusammen mit einem Pfeil, der aufgrund komplizierter Trendberechnungen anzeigt, ob ich gerade zulege oder gerade nachlasse. - All dies, damit mich auftauchende Leerräume auf dieser Darstellung hoffentlich motivieren, wieder einen Zahn zuzulegen.