Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Ich kann jeweils nur sehr rudimentäre Recherche zu Beginn eines neuen Projektes betreiben. Oftmals stosse ich erst während des Schreiben auf gewisse Fragen, die ich klären muss. Wie gehen Sie eigentlich vor? Ignorieren Sie die Frage, bis Sie mit dem Schreibschub fertig sind und beantworten es danach? Wenn ja, wie gehen Sie dann damit um, falls die Antwort, die Sie gefunden haben, ihre Geschichte umkrempelt?

    Ich ignoriere die Frage nach Möglichkeit. Alles, was nicht im Vorfeld des Romans recherchiert ist, kommt als Frage auf eine Liste, die ich neben dem Schreiben führe, und ich recherchiere es bei Gelegenheit.

    Leider ist das nicht immer machbar, vor allem dann, wenn der Fortgang der Handlung von der Information abhängt. Dann muß man eben unterbrechen - oder sogar die Handlung umstoßen!

    Konkret war das im "Jesus Video" so. Auf der Suche nach einer ganz anderen Information stieß ich auf eine Karte, die den Tempelberg und die Höhlen und Gänge und Kavernen darunter zeigte. Ich war fasziniert! Ich wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, daß der Tempelberg NICHT völlig massiv sein könnte. "Das muß ins Buch!" sagte ich und krempelte alles um.

    Das muß man halt manchmal. Aber nur, wenn es einen begeistert.


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