Nein, im Gegenteil, das ist sogar ein gutes Alter, um damit anzufangen. (Ich selber habe auch in dem Alter angefangen; kein Wunder also, daß ich dieser Ansicht bin... ;-D)
Was Du tun kannst, ist folgendes: Analysiere einmal die Bücher anderer Autoren! Bestimmt hast Du ein paar Bücher, die Du schon mehrmals gelesen hast oder besonders gelungen findest: Nimm sie Dir vor und schreibe für jedes Kapitel STICHWORTARTIG (also nicht eine "Inhaltsangabe" wie in der Schule, sondern eher eine Art Liste) auf, was darin passiert. Nach und nach, wenn Du das mit ein paar Büchern machst (nimm solche, wie Du sie selbst gern schreiben würdest) wirst Du einen Blick dafür entwickeln, daß eine Geschichte aus großen und kleinen "Handlungsbögen" besteht.
Nun, und was Du beim Selberschreiben tun mußt, ist, das Ganze umzudrehen: Erst erstellst Du eine Übersicht, was in welchem Kapitel passieren soll, und dann erst schreibst Du die Kapitel. So arbeite ich bis heute, wobei ich mir die naheliegenden Kapitel (also wenn ich anfange, die ersten 4 oder 5) ausführlicher überlege als die, die noch weiter weg sind. Denn beim Schreiben ändert sich vieles von selber wieder, man muß bestimmte Ereignisse in andere Kapitel verschieben oder überhaupt weglassen, anderes einfügen usw.
Wichtig ist: Man schreibt eben NICHT einfach drauflos, sondern macht zuerst einen Plan, und dann schreibt man. Das hat nichts damit zu tun, sich festzulegen (man kann den Plan jederzeit ändern), sondern es erleichtert einem, sich jeweils ganz auf die Szene zu konzentrieren, die man gerade schreibt. Man muß keine Sorgen haben, daß man Ideen vergessen könnte, denn man hat sie ja in seinem Plan notiert. Auch wenn einem weitere Ideen kommen, notierst Du die in Deinen Plan.
Noch was: Wenn Du anfangs ein totales Durcheinander an Ideen haben solltest und überhaupt keine Ahnung, in welche Reihenfolge das alles gehört, schreibe erst mal jede einzelne Idee auf eine Karteikarte oder einen kleinen Papierzettel, und dann setz Dich an einen großen Tisch und probiere verschiedene Reihenfolgen und Anordnungen aus. Das machen auch sehr viele Autoren so. (Ich mache es manchmal, aber nicht so oft.)