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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Darf ein Protagonist denn nicht auch mal, wie ein ganz normaler Mensch, unlogisch handeln? Muß alles, was er tut,
immer einen tieferen Sinn haben?
Ja. Eine Romanfigur - ein "homo fictus", wie James N. Frey das nennt - ist eine Vergröberung eines echten Menschen, deswegen gelten da etwas andere Gesetze. Wenn eine Romanfigur unlogisch handelt, dann muß diese Unlogik glasklar logisch aus ihrer Anlage, ihrem fiktiven Charakter folgen. Oder sie muß rasende Kopfschmerzen haben. Unter Drogen stehen. Aber "einfach so" nicht das tun, wozu sie imstande wäre, das geht nicht - und zwar, WEIL ES BEIM LESER NICHT FUNKTIONIERT. (Alles, was gegen "handwerkliche Regeln" verstößt, aber trotzdem beim Leser funktioniert, dürfen Sie tun.) Die Nachbarin, die normalerweise beim kleinsten Krach die Polizei ruft, hört einen Schuß, kümmert sich dann aber nicht weiter darum? Da spürt man die ordnende Hand des Autors, da geht man dann nicht mehr mit als Leser.
www.AndreasEschbach.com
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