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Ü b e r d a s S c h r e i b e n
Wie man auf Ideen kommt und wie man damit umgeht*
"Wo nehmen Sie bloß Ihre Ideen her?" ist die mit Abstand häufigste Frage, die Autoren gestellt bekommen. Darin offenbart sich ein fundamentales Mißverständnis. Ein Autor sucht Zeit zum Schreiben, einen guten Verlag, Leser, Geld zum Leben - aber er sucht keine Ideen. Ideen hat jeder Autor, den ich kenne, mehr als genug. Sie kommen zu einem, von selbst. Man muß sie nur entgegennehmen.
Das tun bloß die wenigsten.
- Und jetzt die Frage, die wohl kaum ein Autor beantworten kann, die aber trotzdem immer wieder gestellt wird: Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
- Es ist so, daß ich schon oft darüber nachgedacht habe, einen eigenen Roman zu schreiben. Es gibt nur ein großes Problem: Ich habe keine Ideen. Woher, um alles in der Welt, nehmen Sie Ihre Ideen?
Wie findet man ein Thema, über das man schreiben kann ? Mein Problem: ich habe keine Phantasie, also ich kann nur über das schreiben, was ich erlebt habe. Ich schreibe also über mein Leben hier in unserem Dorf und muß das gewissermaßen undercover tun - oder? Was mus ich beachten? Mir ist klar, daß ich Ortnamen, Straßen u. Personennamen verändern muß. Die Charaktere zu verändern macht keinen Sinn, weil gerade darin der kleinbürgerlich-piefige und unfreiwillig komische Reiz der Geschichte liegt. Lassen Sie auch persönlich Erlebtes in Ihre Geschichten einfließen? Ich schreibe gerne Kurzgeschichten und habe bemerkt, dass es bei den Lesern sehr gut ankommt, wenn man etwas schreibt, womit man sich identifizieren kann. Im Anhang schicke ich ihnen eine meiner Kurzgeschichten mit, die mir sehr am Herzen liegt. Sie ist tatsächlich passiert und hat deshalb einen sehr persönlichen Wert für mich. Als ich anfing, Geschichten aufzuschreiben, die mir im Kopf rumgingen, dachte ich jedesmal: "Da fällt dir doch nie was dazu ein." Denn ich hatte zwar immer einen groben Handlungsverlauf, aber die Schwierigkeit liegt ja bekanntlich im Detail. Dann habe ich gemerkt, dass einem sehr wohl was einfällt - sogar sehr viel, wenn man es drauf anlegt und das ist etwas, das mich manchmal immer noch überrascht und überrollt.- Immer wenn ich irgendwo bin, sei es beim Fortgehen, etc., fallen mir neue Ideen ein, aber ich schreibe sie nie nieder! Was kann ich tun?
Mir gehen seit Jahren einige Ideen nicht aus dem Kopf, die man sehr gut in einem Buch verarbeiten könnte. Vielleicht sagen Sie sich, das es doch nicht schaden kann, sich einmal anzuhören, was mir durch den Kopf geht? Ich habe meinen ersten Roman fertig. Was nun? War das jetzt alles? Habe ich genug Phantasie, um noch ein weiteres Buch schreiben zu können?- Für Ideen und vor allem für längere Handlungsstränge brauche ich mehr Denkarbeit.
- Sie kennen sicher dieses Gefühl... man hat eine Idee im Kopf und man fühlt sich
gleichzeitig so klein und unfähig, um sie zum Leben zu erwecken...
- Zum Fachwissen: ich habe eigentlich das Gefühl, nur darüber etwas schreiben zu können, wo ich bereits ein ziemliches Hintergrundwissen habe. Kann durchaus sein, daß das hinderlich für die Phantasie ist.
Wie selbstkritisch stehen Sie Ihren eigenen Ideen gegenüber, bevor Sie mit einer neuen Geschichte beginnen? Wieviele Ideen verwerfen Sie, bevor Sie sich für eine entscheiden und dann ein Buch schreiben? Mir geht schon seit Jahren eine Idee für ein Buch im Kopf herum und ich weis das ich dieses Buch niemals schreiben werde, weil ich absolut kein Talent habe. Es wäre aber interessant zu erfahren ob ein deutscher Schriftsteller an einer solchen Idee interessiert wäre, oder ob er genügend Projekte in der Schublade hat, um damit die nächsten 200 Jahre den Büchermarkt zu versorgen? Ich habe so viele interessante Szenenentwürfe, Einfälle, Ideen, Möglichkeiten und finde es schwierig, herauszufinden, was für zum Beispiel der beste, interessanteste oder was-auch-immer Handlungsverlauf ist. Von vielen heiß geliebten Ideen muss man sich trennen, sie in den Ordner "Werde ich später in einem anderen Buch verwenden - Ehrenwort " legen. Und das schmerzt! Mir geht es so, dass ich unzählige (teilweise auch gute) Ideen für mögliche Geschichten wieder verworfen habe, weil es "so etwas in
dieser Art schon gibt". Ich habe seit einiger Zeit auch eine sehr interessante Idee über eine Story, die in etwa in die Schiene Ihres "Jesus Video" einzuordnen
ist, ich nenne das einfach mal "Teil-Sience-Fiction", also ein gegenwärtiges vorstellbares Szenario, mit dem Hauch von Science-Fiction.
Mich würde nur interessieren ob Sie eventuell wissen, wo man sich da hinwenden könnte, wer kann einem da Unterstützung geben, das Thema auf Papier zu bringen? Der Roman, der mir gerade vorschwebt, soll eine Abenteuergeschichte für Kinder werden. Der Held ist ein zwölf- oder dreizehnjähriger Junge, der in einem Internat lebt. Und jetzt habe ich gewisse Zweifel an der Idee, weil alleine das Stichwort "Internat" viele schon an Harry Potter erinnern könnte. Wenn Sie eine Idee für einen Roman haben, prüfen Sie dann, ob es etwas Vergleichbares schon gibt? Ich möchte betonen: Es geht nur um die Idee, nicht um die Handlung! Wie vermeidet man die ständigen Zweifel an den eigenen Ideen? Es gibt doch nichts vollkommen Neues mehr, ist nicht alles eine Frage der Umsetzung? Mich treibt eine Story um, die ich aber nicht vernünftig formuliert oder gefasst bekomme. Ich würde diese gerne anreißen und Ihnen zuschicken, mit der Bitte um Prüfung, ob sie sich als Grundlage für einen Roman oder etwas anderes eignet. Ich würde auch unterschreiben auf jegliche Rechte zu verzichten. Wie kann ich mir aber dabei sicher sein, dass mir die Story dann nicht "gestohlen" wird, also behauptet wird, das sei nichts und ein anderer die Geschichte dann umsetzt? Diese Skrupel sind vielleicht lächerlich. Aber irgendwie hat eine Idee, die ich in einem anderen Buch schon einmal gelesen habe, vor meinem inneren Ideenwächter keine Chance. Kennen Sie die Methode des Mindmappings? Dazu gibt es eine Software, Mindmap, die Sie vielleicht auf Ihrer Homepage empfehlen sollten. Noch etwas zum Clusterin der Gabriele Ricco - hier gibt es auch ein Programm, mit dem man das am PC verwirklichen kann - der MindManager - der ist allerdings nicht so preiswert zu haben.- Wie sortiert man eine Text- und Ideensammlung ;-)
Wenn ich auf ein Rollenspiel als Hintergrundgeschichte zurückgreife und Orte, Namen und sonstige wieder erkennbare Daten verändere, so das es ich auch um ein anderes Spiel handeln könnte, muss ich dann noch nach Rechten Fragen? Oder beziehen sich die Rechte nur auf Namen und ähnliches?
www.AndreasEschbach.com
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