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Ü b e r d a s S c h r e i b e n
Was sonst nirgends hineinpaßte
Ich habe einen Vertrag bei einem Verlag erhalten. Im besten Fall kommt ja tatsächlich ab und zu mal eine Überweisung vom Verlag. Muß ich nun ein Gewerbe anmelden? Muß ich von dem Honorar irgend eine Steuer abführen? Was können Sie zu der steuerlichen Seite sagen?- Wie kommt man an Stipendien und Förderungen?
- Gibt's eigentlich auch schon einen 32-Bit-Autor, sprich, man füttert die Kiste mit ein paar entsprechenden Stichworten, Locations, Charakteren ...und heraus purzelt ein fertiger Roman - oder zumindest eine Kurzgeschichte ;-)?
- Ich habe einen Kleinverlag gegründet, der hauptsächlich über das Internet vertreiben soll. Vielleicht mögen Sie sich meine Site einmal ansehen, und vielleicht haben Sie ja die eine oder andere Anmerkung oder DEN Vorschlag, den Sie noch nirgends verwirklicht sahen - ich würde mich über jeden "Input" freuen.
Haben Sie schon einmal daran gedacht einen Roman mit einem Co-Autor zu veröffentlichen? Wie kann ich zu dem von Ihnen programmierten Textverarbeitungsprogramm kommen? Meine Idee ist es, eine Software zu entwickeln, mit dessen Hilfe man die Storyline einer Geschichte und die Geschichte selbst entwickeln kann. Offensichtlich existieren aber schon zahlreiche Produkte in dieser Richtung. Ich frage mich, ob die existierenden Produkte den tatsächlichen Bedarf abdecken oder ob es Sinn macht, vielleicht doch ein neues Produkt zu stricken. Ich bin Anfang zwanzig und habe gerade erst mein Studium der Klassischen Philologie und Anglistik begonnen, einfach deswegen, weil ich mich schon immer sehr für Sprache, auch für fremde Sprachen begeistert habe. Unheimlich gerne würde ich deswegen auch in diesem Bereich arbeiten. Leider stelle ich jedoch fest, dass es im Studium nicht so sehr um die mich faszinierende sprachwissenschaftliche Seite (Semiotik etc.) geht, sondern mehr um die literaturwissenschaftliche, die mir eigentlich überhaupt nicht liegt. Ich befürchte, durch ein solches Studium eventuell das Interesse an meinem eigenen Schreiben zu verlieren; immerhin sprachen Sie von den Gefahren eines "inneren Editors". Andererseits möchte ich mein Interesse an fremden Sprachen nicht begraben müssen. Würden Sie mir daher eher zu einem anderen Studium raten oder vielleicht dazu, einfach die sprachwissenschaftliche Anteile schwerpunktmäßig zu betonen, oder zu etwas ganz anderem? Ich bin ein langsamer Leser (in etwa Vorlesetempo) und habe den Verdacht, dass das fuer Autoren ungewöhnlich ist. Wie sieht das bei
Ihnen aus? Halten Sie langsames Lesen fuer einen Hemmschuh beim Schreiben? Ein Problem quält mich zunehmend. Bei mir passen Schreiben und Reden nicht zusammen. Beim Schreiben formuliere ich genauer und nuancierter als beim Reden, bei dem ich aus Befangenheit und momentanem Unvermögen häufig auf Klischees zurückgreife. Das empfinde ich zunehmend als Makel. Zumal ich denke, dass jemand, der seine Texte ernst genommen haben möchte, auch im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld "wortgewaltig" auftreten müsste.
www.AndreasEschbach.com
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