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Ü b e r d a s S c h r e i b e n
Was es über Genres und Märkte zu wissen gibt*
Es scheint viele Autoren zu geben, die nicht wissen, was Buchhandlungen oder Büchereien sind und die selber auch keine Bücher besitzen. Anders kann ich mir nicht erklären, daß ich fortwährend nach Dingen gefragt werde, die ein simpler, etwas ausgedehnterer Besuch in einer Buchhandlung beantworten würde: Wie lang ein durchschnittlicher Roman in dem und dem Genre ist, beispielsweise: Hingehen, nachsehen.
Auch für die Frage "Welches ist der geeignete Verlag für meinen Roman im Genre soundso?" gilt: Hingehen, nachsehen. Welche Verlage bringen Bücher heraus, die so ähnlich sind?
- Muß ein junger Autor unbedingt Romane schreiben oder sehen Sie auch Chancen für Kurzgeschichten?
- Ist der Markt für Deutsche SF-Autoren wirklich so schlecht wie behauptet wird oder liegt es eher an der Qualität der einheimischen Schriftsteller, dass so wenig deutsche SF veröffentlicht wird? Immerhin gibt es in letzter Zeit ja einige SF-Autoren (Çakan, Marrak,
Eschbach;-), usw..), die es zu etwas gebracht haben.
- ...zumal man mir sagte, daß es deutsche Autoren in diesem Genre sehr schwer haben.
- Ich schreibe keine reine Science-Ficition, eher Fiction Fantasy.
- Was halten Sie von Empfehlungen, die 'Erfordernisse des Marktes' betreffend?
- Wer für einen bestimmten Markt schreibt, ist eher eingeschränkt durch Regeln, wie so ein Buch auszusehen hat, denke ich.
- Gibt es noch andere Bereiche/Genres, für die Sie sich interessieren, für die Sie bisher noch keinen Einstieg gefunden haben?
- Wenn ich mich in Buchhandlungen umsehe, merke ich, dass es in Deutschland viele amerikanische Autoren gibt, deren beste Zeit schon vorbei ist.
- Warum ist ein Hardcover besser als ein Taschenbuch? Die Dinger sind doch meist fuer den Durchschnittskaeufer eher zu teuer und zu klobig, waehrend man Taschenbuecher leichter überall bekommen kann. Aber ich vermute, das haengt mal wieder irgendwie mit Honoraren und Prestige-Fragen zusammen.
sie haben ja bereits erwähnt: viele fühlen sich berufen. aber auf 10 dichter kommt ein leser. Lässt sich autobiographische Literatur vermarkten? Seit zwei Jahren schreibe ich an einer Autobiographie und bin endlich fertig Wie kann man so etwas am besten anpacken, das autobiographische Schreiben. In welcher Hinsicht bietet es sich an, semi-autobiographisch zu schreiben? Worin liegen die Unterschiede? Inwiefern muss ich beim autobiographischen Schreiben auf die Namensrechte und den Schutz einzelner Äußerungen von Personen Rücksicht nehmen? Müssen Namen verändert werden? Es würde mich interessieren, für welches Gerne Sie persönlich auf dem deutschen Buchmarkt das breiteste Publikum oder auch die erfolgreichste Zukunft sehen. Gibt es Richtlinien, wie viele Seiten ein Buch mindestens/maximal umfassen sollte oder, wenn man einen Kurzgeschichtenband schreibt, wie viele Geschichten es sein und wie lang jede einzelne sein sollte? Im Moment schreibe ich an meinem ersten Roman, welcher von einem Menschen handelt, der im 2. Weltkrieg etwas getan hat, was mich einfach fasziniert. Ich versuche aber nicht eine Autobiographie zu schreiben, sondern die Umstände und beteiligten Personen neu zu erfinden, um es wie einen Krimi zu gestalten. Der Rest, wie die Tat an sich und die Zeit und Umgebung, stimmen überein, d.h. Wahrheit und Fiktion sind vermischt. Meine Frage lautet nun: Wäre das eher ein Kriterium, diesen Roman abzulehnen? In welches Genre kann man eigentlich Romane einordnen, die nur wenige Jahre
in der Zukunft spielen und ansonsten keine ausgeprägten Science-Fiction-Elemente enthalten? Können Sie mir noch sagen wenn man Gruselgeschichten oder Horrorromane schreibt welche Verlage darauf spezialisiert sind. Oder kann man das überall anbieten? Kann man davon leben, für eine Heftroman-Serie zu schreiben? Ich frage mich, wie ich es schaffen könnte, ohne bisherige Veröffentlichung, bei einer Heftroman-Serie mitzuwirken (muss nicht Perry Rhodan sein). Wie kann ich diesbezüglich einen Verlag auf mich aufmerksam machen, ohne dabei aufdringlich zu wirken? Gibt es für einen "Nachwuchsschreiber" überhaupt den Hauch einer Chance, bei einer Heftromanserie mitzuwirken? Muss man als Heftroman-Autor sehr schnell schreiben können? Welches Genre kann ein unbekannter Autor am besten einem Verlag
anbieten? Thriller, Krimi? Phantasie? SF scheint ja zwecklos, oder? Ich höre sehr oft, dass SF ein eher mauer Markt ist. Wenn ich aber eine "Mainstream" - Buchhandlung betrete, ist das SF-Regal fast immer in der allerbesten Position! Was halten Sie von mehrteiligen Romanen? Kann es sein, dass der SF Markt einfach ein ganz eigenwilliger ist, da er eine der letzten Bastionen der "lesbaren" Belletristik-Philosophie darstellt? Erleichtert es den Einstieg in den amerikanischen / englischsprachigen Buchmarkt, wenn man Amerikaner als Protagonisten verwendet? Letzlich kommt es ja seltener auf das Produkt an als auf die Verkaufsstrategie. Ist zwar ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, aber so ist es. Ich wüßte gern, ob ich meine Geschichte als SF- oder als Fantasy-Projekt zu verstehen habe. Was ist der Unterschied? Verlage scheinen Kurzgeschichten und Anthologien zu meiden wie die Pest. Ist das richtig und kann es sein, daß man Kurzgeschichten, es sei denn man heißt Stephen King, überhaupt nicht in Buchform verkaufen kann? Hat deutsche SF eine Chance auf dem Markt und wenn ja, welche Verlage nehmen sich deutscher SF-Nachwuchsautoren an? Finden Sie auch, dass zur Zeit die Tendenz zu eher kurzen Buchtiteln besteht? Obschon man ja da als Autor nicht so viel Einfluss darauf hat und
ein Buch- Titel wohl zu 99 % vom Verlag vorgegeben wird. Auf der anderen
Seite denke ich wieder, dass zum Beispiel bei poetischen Werken auch ein
etwas längerer Titel Programm sein kann (Die unerträgliche Leichtigkeit des
Seins....) Weiterführende Tipps zur Gestaltung von SF-Romanen interessieren mich, falls es dergleichen gibt.
www.AndreasEschbach.com
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