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Ü b e r d a s S c h r e i b e n
Was es mit Literaturagenten auf sich hat*
Einen Literaturagenten zu haben ist inzwischen unentbehrlich, wenn man eine ernsthafte schriftstellerische Karriere im Blick hat. Einen guten Literaturagenten zu finden ist allerdings kaum einfacher als einen Verlag zu finden. Hinzu kommt, daß sich auch auf diesem Gebiet viele schwarze Schafe tummeln.
Doch es kann Ihnen nichts passieren, wenn Sie sich an folgende drei eisernen Regeln halten:
§1: Geld fließt immer nur VOM AGENTEN ZUM AUTOR - nie in die entgegengesetzte Richtung.
§2: Es gibt KEINE AUSNAHMEN von Regel 1.
§3: Falls Sie glauben, daß aus irgendeinem Grund DOCH ein Ausnahmefall vorliegt, IRREN Sie sich.
Wer versucht, Ihnen eine Ausnahme von der Regel 1 zu "verkaufen" ("Lesegebühr" z.B.), ist unseriös. Punkt.
Alles, was Sie sonst über dieses Thema wissen müssen, plus eines Verzeichnisses renommierter Literaturagenturen, finden Sie in den Buch "Traumberuf Autor", von Joachim Jessen, Martin Meyer-Maluck, Bastian und Thomas Schlück, erschienen beim mvg-Verlag. (Zufällig sind das meine Agenten. Aber das ist wirklich Zufall.)
- Ist es sinnvoll, in Deutschland mit einem Literaturagenten zu arbeiten?
- Hat Ihr Agent das bei Solarstation irgendwie anders gehandhabt als Sie selbst beim ersten?
- Ich habe bei meinen bisherigen Büchern immer selber verhandelt, aber manchmal überlege ich doch, ob ich mit einem Agenten nicht besser dran wäre.
- Ich schreibe an meinem ersten Roman. Die ersten drei Kapitel sind fertiggestellt. Würden Sie jetzt schon bei einem Agenten anklopfen?
- Ich brauche eine Agentur, ich bin ein organisatorischer Idiot.
- "Mein" Agent (ich habe keinen bindenden Vertrag mit ihm, fühle mich ihm gegenüber aber moralisch verpflichtet, er hat mir wirklich sehr geholfen) sagte mir, er wäre durch den originellen Titel meines Romans aufmerksam geworden. Jetzt verlangt er von mir, ihn zu ändern. Ist es nicht mein Recht, den Titel selbst zu bestimmen?
- Ich gehöre zu den jungen Autoren, die verzweifelt versuchen, veröffentlicht zu werden. Das Problem besteht darin, dass ich von der Agentur, eine große in Berlin, gefragt wurde, ob ich schon einmal veröffentlicht hätte. Ich sagte nein (Kommentar "... das ist sehr schlecht...") und bekam postwendend nach 2 Wochen mein Manuskript zurück mit einer allgemeinen Aussage.Nun bin ich demotiviert, weil schon die Agenturen keine Jungautoren mehr fördern wollen. Dabei ist das Thema aktuell und gut aufgegriffen wie ich meine. Okay, es war nur eine Ablehnung aber was mache ich, wenn keine Agentur mich unter Vertrag nehmen will, da brauch ich doch gar nicht erst bei den Verlagen anfangen?
Was halten Sie eigentlich für die bessere Lösung: Zuerst versuchen einen Agenten zu finden, oder die Verlage persönlich anzuschreiben? Ich habe eine Agentur gefunden, die mir durch und durch seriös erscheint und mir das Angebot zur Zusammenarbeit gemacht hat. Würde es das Vertrauensverhältnis belasten, wenn ich darum bitte, die Vermittlung an Druckkostenzuschussverlage auszuschließen? Bin ich nicht ohnehin "letzte Instanz" der Entscheidung? Das heißt, so wie ein Immobilienmakler meinen Käufer zwar suchen kann, mir aber letztlich doch die Entscheidung bleibt, kann ich auch in meinem Verhältnis zur Literaturagentur letzlich doch mein Veto einlegen?! Und wenn ich einen Agenten finden sollte, sichern die mir ein Urheberrecht? Wenn ich mein Manuskript zu einem Agenten schicke und ihn nur fragen möchte, ob er das Buch vermitteln könnte, kann es passieren, daß ich an jemanden gerade, der mir gleich eine Rechnung schickt, für die Lektoratskosten? Wie kann ich mich absichern ? Ich habe es auch schon geschafft eine Agentur anzuschreiben, habe aber leider eine Absage bekommen. Nicht das ich den Kopf jetzt in den Sand stecke, nein, aber ich habe Befürchtungen, dass mir bei dem Versand vielleicht doch ein Fehler unterlaufen ist. Mir ist es gelungen, einen Roman fertigzustellen und bin auf der Suche nach Agenturen auch fündig geworden. Gleich zwei Agenturen reagierten positiv und schickten mir eine Zahlungsanweisung (Angebot). Axel Poldner-Agentur wollte 2500,- Euro und Scripta-Literaturstudio lediglich 600,- Euro. Da ich verschiedentlich bereits gelesen habe, dass Agenturen, die vorab für Leistungen bezahlt werden wollen eher als unseriös gelten, bin ich natürlich vorsichtig. Haben Sie evtl. Erfahrung mit dieser Agentur gemacht? Kennen Sie diese
Agentur vielleicht sogar? Oder raten Sie mir generell von solchen Agenturen ab, die ja so sehr um den
Nachwuchs bemüht sind? Ich bekam das Feedback von einer (großen) Agentur, der Leser würde sich nicht für mein armseliges Autorenleben interessieren, obwohl es sich um eine fiktive Story gehandelt hat. Ist es denn grundsätzlich so, dass ein unbekannter Autor, der in der Ich-Form schreibt, immer gleich mit seinem Text identifiziert wird? Kann ich mit der Agentur festlegen, daß ich (zum Beispiel) nicht unter 2,8 % Gewinnanteil akzeptiere? Ich würde gerne versuchen, mit meiner Arbeit mal an eine geeignete Agentur heranzutreten. Da ich mich mit Sachbuch und Roman bzw. Erzählung beschäftige, wäre wohl eine Agentur ideal, die sowohl Sachbuch wie Prosa vertritt. Diese Kombination scheint aber recht selten zu sein. Ist Ihnen eine Literaturagentur bekannt, die einen guten Ruf hat, seriös ist und beide Bereiche vertritt? Ich habe die erste Leseprobe an eine Literaturagentur geschickt, die wollten dann den Rest haben. Aber seit sie alles haben (gut zwei Monate) habe ich nichts mehr von ihnen gehört. Wieviel Zeit sollte ich ihnen geben? Ich kaue schon auf meinen Nägeln, aber ich war eh
nie der geduldige Typ. Wie finde ich daraus einen guten Agenten, d.h. eine aktive, rührige und sehr gute Agentur. Denn wenn ich mich erst einmal gebunden habe, bin ich "auf Gedeih und Verderb" mit meiner ersten, vielleicht einzigen aber sicher wichtigsten Arbeit an diese Entscheidung gebunden. Natürlich ist die erste Hürde, überhaupt das Interesse des Agenten zu wecken und dessen Bereitschaft MICH zu vertreten. Aber - angenommen, alle Kriterien werden positiv eingeschätzt und mehrere sind interessiert. Gibt es aus Ihrer Sicht Hinweise in den Antworten darauf, welcher Partner der richtige sein könnte?
www.AndreasEschbach.com
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