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September 97
26,6 x 26,5 cm, gebunden, 130 Seiten mit 27 ganzseitigen Farb- und 6 SW-Tafeln, Magasin - Centre National d’ Art Contemporarin, Grenoble, ISBN 086355279X Museum Villa Stuck München / Bonnefantenmuseum, Maastricht 1995, 400,-öS | ISTHMUS Shirazeh Houshiary, Mit Texten von Jo-Anne Birnie Danzker und Jeremy Lewison. Shirazeh Houshiary wurde am 10.1.1955 in Shiraz geboren und lebt seit 1973 in London, wo sie die Chelsea School of Art absolvierte. Anstelle ihrer früher organischen Materialplastiken aus Ton und Stroh, fertigt sie nun großformatige (würfelförmige) Skulpturen meist aus Blei, in deren Oberfläche ebenfalls streng geometrische Hohlräume angeordnet werden, die zur Aufnahme kleinerer Formen aus Platin, Blattgold, Silber oder Kupferblech dienen. Trotzdem interessiert Shirazeh Houshiary weniger die formale Ästhetik als die immanente Kontemplationsmöglichkeit. Sie empfindet ihre Arbeiten gleichsam als Isthmus (oder arabisch: barzakh = Brücke) zwischen profaner und sakraler Welt ähnlich wie die geometrischen Muster (Quadrate, kreisförmige Kuppel) der gegenstandsfrei konzipierten traditionellen Musik. Der spirituelle Ausgangspunkt (die im 8.Jh. entstandene islamische Mystik des Sofismus) differenziert diese minimalistisch-puristischen Objekte von äußerlich ähnlichen eines Donald Judd. Die antimetaphysischen, empiristischen und scientifistischen Werke Judds nämlich huldigen durch ihre Vertreibung der Realtranszendenz nur dem Rationalismus, Skeptizismus und Materialismus. Shirazeh Houshiary möchte in der extrem materialistischen Welt das sakrale Bild forcieren. Sie verzichtet aber auf die Abbildung des Menschen zugunsten einer intensiven Konzentration auf die in der pythagoräischen Zahlenbedeutung wurzelnde sufistische Kosmologie. Es geht ihr um den Dualismus zwischen Licht und Dunkelheit sowie die Interdependenz von Einheit und Vielfalt. Sie erinnert daran, daß Tempel bei den Griechen ursprünglich offener Raum. Horizont bedeutete. Im Februar 1996 waren erstmals einige Arbeiten Shirazeh Houshiarys in Wien im Heiligenkreuzer Hof zu sehen, die sie im Juni 1995 für die Remise Engerthstraße auszustellen geplant hatte. Wer die Exposition versäumt, dem bietet die vortreffliche Buchpublikation die Gelegenheit sich mit dieser überzeugenden Verbindung islamischer Mystik, griechischer Philosophie und theosophisch inspirierten Forderungen Kandinskys sowie geometrischen Abstraktionen zu beschäftigen © Dr. Günther Berger |
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Ausstellungen und Buchtips