BUCHTIP
Juli 97



Gartenpalais de Pauli
Lainzerstraße 162
Aquqrellierte Federzeichnung
von Salomon Kleiner, 1756
(Buch, S.165/Abb.304)






28,1 x 23,2 cm, gebunden mit Schutzumschlag,
393 Seiten mit 557 SW und 86 Farbabbildungen
ISBN 3-900518-55-6,
Verlag Holzhausen Nachf., Wien 1996, öS 850,-
IN HIETZING GEBAUT

Gerhard Weissenbacher
Architektur und Geschichte eines Wiener Bezirkes, Band I,

Im Jahre 1982 begann sich der Kunsterzieher und Maler Gerhard Weissenbacher mit der Baugeschichte seines Heimatbezirkes Hietzing zu befassen. Seine akribische Freude an Präzision und Vollständigkeit ließ eine in Wien neuartige lokale Architekturgeschichte entstehen. Der zwischen den letzten Ausläufen des Alpenvorlandes und dem Wienfluß gelegene drittgröß-te Bezirk Wiens weist eine überaus interessante Bautypologie auf, die von bis ins 12.Jh zurück-führende Sakralbauten bis zu Schloßbauten, Hakenhöfen der Wein- und Milchbauern, Biedermeierlandhäusern, Fabriksanlagen, Spitälern, Kommunalen Wohnhausbauten sowie modernen Einfamilien- und Bürohäusern reicht. Dem engagierten Autor gelingt es in fesselnder Weise sowohl die großen stilgeschichtlichen Entwicklungslinien in Hietzing anhand von einigen Objekten darzustellen als auch historisch, kulturgeschichtlich, urbanistisch, wirtschaftsgeschichtlich interessante Bausubstanz reich illu-striert abzuhandeln. Das Buch wird eingeleitet durch eine Terraincharakteristik, durch die Geschichte der Wienfluß-regulierungen und die ab der Altsteinzeit eintretende Besiedlung, die Genese der Bezirksteile Hietzing, St. Veit, Hacking, Lainz und Speising samt Sozialentwicklung. Die Bauwerksbeschreibungen selbst werden gegliedert in solche im Zusammenhang mit der historischen Entwicklung des Bezirkes (z.B. Forsthaus Auhof, Erzbischöfliches Schloß St. Veit, ehemalige Hackinger Mühle, spätbarockes Herrschaftshaus Lainzer Straße 14), in Sakralbauten, Spitäler- Sanatorien-Altersheime, Schulbauten, Verkehrsbauwerke samt Wasserbehälter, Bezirksamt, ORF-Zentrum sowie Büro- und Geschäftsbauten. Besonders verdienstvoll ist der Einbezug vieler nicht mehr existenter Bauten (Kornhäusels Theater, Dommayers Casino, Meierei am Himmelhof, Arthur Gruenbergers Synagoge und der 1928 gebaute Tennisclub Dr. Hans Heller). Durch das reiche Bildmaterial wird das sehr ansprechend gestaltete Buch nicht nur für Bewohner Hietzings ein Pflichterwerb.
© Dr. Günther Berger

Return to top

Retour zu Buchtips

Retour zu
Ausstellungen und Buchtips