DIE KORATKATZE


IC Chuasiri v. Baan Thai

IC Chuasiri v. Baan Thai
Koratweibchen
Besitzer: Jaqueline Krämer, Remscheid

Eine aparte, grazile, silberblaue Katze aus Thailand. Schriftliches und bildliches Dokumentationsmaterial aus den verschiedenen Abschnitten der Aydhya-Zeit (1350 bis 1767) bestätigen: Die Korat gehört zu den ältesten Rassekatzen der Welt. Den Thais gilt diese Katze als Glücksbringer, als "Si Sawat" (Sawat bedeutet Glück und Wohlstand). Glück ist nicht käuflich, dementsprechend schwierig ist auch heute noch das Unterfangen, eine Koratkatze in Thailand zu erwerben. Zum Anderen erklärt der Glaube an Si Sawat, die Glücksbringerin, die bemerkenswerte Rassereinheit.

Die Ähnlichkeit mit den Porträts ihrer Vorfahren ist verblüffend. Im Nationalmuseum von Bankok wird ein Buch aufbewahrt, das die 17 Glückskatzen und die 6 Unglücksbringerinnnen aus dem Katzenreich zeigt. Dieses Buch wurde Ende des vergangenen Jahrhunderts von Thailands Könin Rama V. in Auftrag gegeben. Es ist eine Zusammenstellung aus älteren Handschriften. 1767 wurde die Hauptstadt des alten Suamreiches Ayudhya von Burmesen zerstört. Der Hof des Königs rettete sich in die Provinz Korat, die fortan auch die Heimat der königlichen Si Sawat war. König Rama V. gab seinen Glücksbringerinnen später den für Europäer leichter zu artikulierenden Namen Korat.

Im Katzengedichtbuch, einer alten Handschrift aus dem Nationalmuseum in Bangkok, findet sich eine äußerst blumige Beschreibung der Korat:

Die Katze Ma-Led hat eine Körperfarbe wie Doklao,
die Haare sind weich, mit Wurzeln wie Wolken
und Spitzen wie Silber. Die Augen schimmern
wie Tautropfen auf einem Lotusblatt.
(Ma-Led und Doklao sind altthailändische Vokabeln für silbriggraue Früchte)


Katzenbuch der Gedichte (Thailand)
Bild: Daphne Negus (USA)

Die Koratkatzen obliegen auch heute noch glücksbringenden Pflichten. Sie ist Mittlerin zwischen den sakralen Riten des Buddhismus und den profanen Zeremonien deren Ursprung wiederum in alten Naturreligionen zu finden ist.

Eine Regenzeremonie wird eingeleitet durch die Mönche des Ortstempels und die heilige Buddhastatue. Von Musik begleitet folgt die Katze mit dem Fell wie "Meerschaum", wie blaugraue Wolken. Sie wird von Haus zu Haus getragen und das jeweilige Oberhaupt erweist ihr die Ehre, indem es sie mit ein wenig Wasser besprengt. Popularität hat eben seine Schattenseiten. Angenehmer hat es ein Koratkater, der bei Hochzeitsfeiern als Geschenk der Brautmutter, feierlich ins Hochzeitsbett getragen wird. Später wird er in der Wiege des Babys probeschlafen bevor das Neugeborene hineingelegt wird. Das geschiet, damit das Kind ein gesundes und glückliches Leben hat. In den Alltag integriert und ernsthaft geliebt, vermag eine Korat Licht zu senden in die Tiefe der menschlichen Seele.

Daß diese Rasse in Europa immernoch eine Rarität ist, läßt sich durch folgendes erklären: 1947 bereiste ein amerikanisches Ehepaar Thailand und entdeckte dort die Korat bei einer Züchterin. Auf die Frage, ob Koratkatzen zu haben wären, wurde ihnen klar gemacht, daß es fast unmöglich sein wird, jemals Eigentümer einer solchen Katze zu werden, da diese Rasse selbst in Thailand äußerst selten ist. Gewöhnlicherweise wurden diese Katzen nur an hohe Persönlichkeiten, als Zeichen der Achtung, abgegeben. Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten bekam das Ehepaar am 12. Juli 1959 eine Nachricht, daß Katzen aus Thailand, auf dem Flughafen in Oregon eingetroffen waren. Es war ein Koratkatzenpärchen und sie hießen Nara und Darra. Dies war der Anfang der Koratzucht außerhalb Thailands. 1965 wurde die Korat Cat Fanciers Association, Inc. - "Für den Schutz und die Bewahrung der Korat, der silberblauen Katze mit dem Thaiausweis" - in Amerika gegründet.

Nun die Koratkatze von allen Seiten betrachtet

Die Korat ist eine Ur-Katze, also echt aus der Natur vor vielen, vielen Jahren entstanden und kommt aus Thailand. Sie ist von mittlerer Größe und frei von allen Extremen. Diese Beschreibung gilt einer wirklich unbeschreiblich schönen Katze, die einen absolut reinrassigen Stammbaum hat. Es soll stets allen Besitzern vor Augen gehalten werden, wie wichtig es ist, diesen Stammbaum zu behüten, so daß keine Mischungen entstehen, die diese Qualität vermindern. Die Korat-Standardkatze ist dieselbe geblieben, wie sie schon in alter Zeit war. Manchmal gibt man aber jetzt an, wie z.B. "Haare kurz bis mittellang", oder "Nicht so kurz wie eine Manx", oder "nicht so lang wie eine Siam". Solche Vergleiche sollte man sein lassen! Eine Korat ist eine Korat und nicht ungefähr wie eine.....!

GIC & GRC Nuad-Meo v. Baan Thai

Ein junger Koratdeckkater
Besitzer: Judy Buckle-Ganoe, USA

Werfen wir doch einen näheren Blick auf unsere Koratkatze. Von der Seite gesehen erblicken wir eine mittelgroße Katze, sie steht entspannt, fest auf ihren Hinterbeinen, der Rücken ist etwas gebogen. Der Körper ist charakteristisch, eine breite Brustspanne, ein guter Abstand zwischen den Vorderbeinen, ein gut ausgeprägter Brustkorb von dem sich der Körper geschmeidig zu den Flanken zieht. Die Beine haben die selbe Länge wie der ganze Körper. Wenn man den Kopf im Seitenprofil betrachtet, ist der Schädel flach und nimmt fast 2/3 der Kopflänge ein, das Gesicht, das restliche 1/3, von der Nase gemessen. Die Nase selbst hat eine Abwärtskurve und die Spitze (Nasenspiegel) ist dunkelblau. Das Kinn ist gut entwickelt und bildet zusammen mit der Nase seine senkrechte Linie. Der Schwanz ist dem Körper angepasst, der Ansatz ist breit und dann in eine abgerundete Spitze auslaufend. Das Fell ist immer silberblau, es ist kurz, sehr fein und eng anliegend. Jedes einzelne Haar hat eine hellere Wurzel, das sich zur Mitte verdubkelt und zur Spitze versilbert. Diese Farbvariation verursacht einen silbrigen Schimmer. In der Harmonie der Bewgung wandert dieser Silberschimmer wie eine sanfte Woge über den muskulösen Körper. Wei das Fell kurz ist, öffnet es sich in der Bewegung oder wenn die Katze sitzt entlang der Wirbelsäule. Obwohl die Farbeschreibung silberblau ist, kann der Silberschimmer über den Körper variieren. Am intensivsten ist er wo das Haar am kürzesten ist - Kopf, Beine und Pfoten. Die Fußballen sind dunkelblau bis lavenderfarbig.

Sieht man das Gesicht von vorne, wird die Aufmerksamkeit sofort auf die übergroßen, wachsamen Augen gelenkt, die den Ausdruck steter Vorsicht tragen. Sie sind rund und weit auseinanderstehend doch wenn die Katze die Augen geschlossen hat sind sie asiatisch schräg. Die Augenfarbe einer ausgewachsenen Korat (wenn sie 2 bis 3 Jahre alt ist) kann goden-grün oder peridot-grün sein. Diese äußerst eindrucksvollen Augen, die eine strahlende Tiefe wiederspiegeln, wirken phosphorisierend, als ob ein Licht aus dem Inneren hervorscheint. Die Augenbrauen ziehen sich bogenförmig über die Augen hinweg, die ausgeprägten Backenknochen sind wohlgeformt und passen sich der Schnauze und dem Kinn an und bilden somit eine Herzform. Auf dem flachen Vorderschädel an der Stirn bemerken wir einen Abdruck, fast wie ein Daumenabdruck - dies ist dem asiatischen Löwen gleich - der auch die Herzform des Gesichtes hat.

Wenn man sich den breiten Brustkorb ansieht, kann man nur bestätigen, daß die Koratkatzen nicht umsonst den Spitznamen "Kämpfer Thailands" baben. Dieser Name galt meist nur den Katern, die Weibchen sind etwas zierlicher, obwohl sie drahtig und kraftvoll sind.

Das Wesen der Koratkatze

Die Eigenschaften der Koratkatzen sind anhänglich, lieb und treu. Durch ihre Intelligenz und Vernunft paßt sie sich den Menschen an. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Greisen und Kindern. Sie können wild mit Kindern spielen und sich ganz ruhig bei älteren Menschen verhalten. Die Liebe zum Menschen ist ihr angeboren, wollen aber um jeden Preis "die erste Geige spielen". Ihe Neugierde kennt keine Grenzen. Sie können ohne Ermüdungserscheinungen, stundenlang ein Spielzeug apportieren. Dieses Spiel macht ihr so viel Freude, daß sie dabei jubelt, ja fast singt. Überhaupt, wenn man sie länger um sich hat und dabei auf ihre vielen Töne achtet, kann man sie sogar verstehen, besser begreifen, was sie will. Dabei muß natürlich die Liebe zum Tier gegeben sein.

Wurf "Chat de Ascapha"

Züchter: Hedi Bernhard, Mainaschaff

Außer in der Körpergröße unterscheiden sich die Jungtiere nur wenig von den Erwachsenen. Die Augenfarbe ist vorübergehend den älteren Tieren gegenüber anders. Das Babyblau wird langsam bersteinfarben, das dann wiederum endgültig in ein atemberaubendes Peridotgrün wechselt. Auch der Nasenspiegel hat bei Jungtieren noch einen rosa Schimmer, der bei den Erwachsenen verschwindet. Koratkatzen werden mit dem Alter immer schöner.....! Jedem Menschen, der eine Korat pflegt, soll immer wieder bewußt werden, welch außergewöhnlich schönes und intelligentes Tier er in seinem Haushalt hat.

"König der Katzen"
"Wohl keine Katzenrasse hat ihren Ursprungstyp so lange behauptet wie eine Korat."
Schon vor mehr als 100 Jahren schrieb eine unbekannte thailändische Dichterin:
"Die Korat ist von jeher das Symbol des Glücks, der Liebe zum Menschen und dessen Verehrung."
Ihre majestätische Schönheit ist seither unübertroffen!
- Diese Rassebescheibung wurde von M. & H. Klisman, Berlin, zusammengetragen -


Jungtieraufzucht ist bei Koratkatzen auch "Männersache"!
3 Kater bewachen die Babies, wärend die Mutter ausgegangen ist...

von li. nach re.: GIC Nuad-Meo v. Baan Thai (der stolze Vater)
Dali v. Khe morat & Ti Nung Cha v. Baan Thai
Jungtiere: Guan-Yin v. Baan Thai (w)
& Chao Fah v. Baan Thai (m)



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