Der von 1945 bis 1990 zu Ost-Belin gehörende Innenstadtbezirk ist der kleinste aller
Berliner Bezirke. Aufgrund seiner dichten Bebauung liegt er jedoch hinsichtlich der
Bevölkerungsdichte nach Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Schöneberg an vierter Stelle.
Im Süden und Südwesten des Bezirks bildet die Spree (als einzige Wasserfläche in
Friedrichshain) eine natürliche Grenze zu den Bezirken Kreuzberg und Treptow. Westlich,
nördlich und östlich grenzt Friedrichshain an die Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg und
Lichtenberg. Wie Prenzlauer Berg ist Friedrichshain ein ausgesprochener Altbaubezirk.
Seinen Namen erhielt der Bezirk 1920 nach dem 1848 eröffneten Volkspark Friedrichshain an
der nördlichen Bezirksgrenze. An der Südseite des Parks liegt der Friedhof der
Märzgefallenen für die Berliner Opfer der Revolution von 1848.
Der Bezirk entstand 1920 bei der Bildung Groß-Berlins als 5. Verwaltungsbezirk der neuen
Stadtgemeinde. Er umfaßt die äußeren Teile der ehemaligen Vorstädte
Königsstadt und Stralauer Vorstadt, die Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts
außerhalb der Memhardtschen Befestigung entstanden waren (Palisadenstraße). Ältester
Teil des Bezirks ist das im Südosten gelegene Fischerdorf Stralau. Bei der Bezirksreform
1938 kamen die westlich der Ringbahn gelegenen Teile der seit 1920 zu Lichtenberg
gehörenden ehemaligen Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg - das alte Boxhagen - zum Bezirk
hinzu. Der Bezirk liegt überwiegend im Warschau-Berliner Urstromtal der Spree; nur das
Gebiet um den Volkspark befindet sich auf der Hochfläche des Barnim. Am Südhang
dieser Hochfläche wurde vom 16. bis in das 18. Jahrhundert intensiv Weinbau betrieben,
der erst mit dem extrem kalten Winter 1740/41 zum Erliegen kam. 1565 zählte man hier 55
Weinhügel.
Etwa ab 1850 begann im Zuge der Industrialisierung und des damit verbundenen sprunghaften
Bevölkerungswachstums die Bebauung des zuvor überwiegend landwirtschaftlich
genutzten Geländes (die Blumenstraße ist noch heute ein Hinweis auf die hier vor allem
von Hugenotten betriebene Blumenzucht). Sie konzentrierte sich entlang der drei Magistralen,
die fächerförmig vom Alexanderplatz nach Osten aus Berlin hinausführten.
Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auf dem Gebiet des heutigen
Bezirks mehrere Handwerksbetriebe und einige Manufakturen. Aber erst die Bahnhöfe für
die 1842 eröffnete Eisenbahnstrecke Berlin - Frankfurt/Oder mit günstigen
Verbindungen zum Schiffsverkehr auf der Spree und dem 1867 vollendeten Anschluß zur
Königlichen Ostbahn nach Küstrin schufen die Voraussetzungen für das Entstehen
größerer Fabrikanlagen. Um das 1865 in Betrieb genommene erste Berliner Wasserwerk
am Stralauer Tor siedelten sich Holzverarbeitungsbetriebe und Brauereien an. In den
Gründerjahren entstanden dann die ersten Großbetriebe.
Friedrichshain besitzt im Volkspark Friedrichshain ein zentrales Naherholungsgebiet mit
zahlreichen Freizeit- und Sporteinrichtungen. Weitere Grünflächen bilden die Friedhöfe
an der Friedenstraße 80-82 mit zahlreichen bedeutenden Grabdenkmälern. Von den
ursprünglich vor der Stadtmauer auf gleichgroßen Feldern angelegten vier
Friedhöfen sind noch der 1825 eröffnete Friedhof V der Georgen-Parochial-Gemeinde,
der 1838 eingeweihte Petri-Friedhof und der 1848 angelegte Georgenfriedhof, heute Friedhof II
der Georgen-Parochial-Gemeinde, erhalten. Der hier angelegte Armenfriedhof wurde 1879
geschlossen und nach Friedrichsfelde verlegt. Neben den Sportanlagen auf dem
Volksparkgelände gibt es eine Reihe weiterer Sportstätten in anderen Teilen des Bezirks,
darunter eine Tennisanlage in der Modersohnstraße. Von überbezirklicher Bedeutung
sind das 1981 fertiggestellte Sport- und Erholungszentrum SEZ an der Landsberger Allee sowie
das angrenzende Karl-Friedrich-Friesen-Schwimmstadion.