Der Vater und seine Kinder |
|||
| Ein Hasenvater hatte besonders viele Kinderchen, aber keine Frau mehr. Denn sie war einem Wilderer begegnet und nicht mehr zurückgekehrt. Als der Hasenvater nicht mehr weiterwußte, weil die Kinderchen ihm doch sehr auf die Nerven gingen, schickte er sie hinaus in die Welt, einen jeden auf seinen Weg. Er sprach zu ihnen: | |||
| >> Ich bin arm, Kinder, und kann euch nichts weiter
mitgeben, als jedem einen guten Rat. Befolgt ihn brav, dann kann euch nichts geschehen. <<
Zum ersten sagte er, er solle sich vor nichts und niemandem fürchten auf der Welt. >> Denn Mut mein Sohn ist der Vater der Tat. Und nun geh.<< Zum zweiten sagte er, er solle dem Fuchs aus dem Weg gehen. Träfe er ihn aber, dann solle er nur den Jäger rufen, der würde ihn retten. >> Und nun geh, mein Sohn, und tue dies, dann wird dir nichts geschehen. << Zu den Töchtern sagte er, sie sollten sich einen starken Hasen zum Manne nehmen, damit er immer genügend Futter herbei schaffen könne, dann hätten sie ein schönes, friedliches Leben. Zum kleinsten aber, der nicht größer war als ein Gummibär, und den sie auch Jochen nannten, Jochen Gummibär nämlich, zum Kleinsten also sagte er: »Und du, mein Sohn, fürchte dich vor allem. Denn du bist klein und schwach, und keiner wird dir helfen. << |
![]() |
||
| Der erste, der sich vor nichts fürchten sollte, traf bald den
Wolf. Er stellte sich ihm in den Weg und bot ihm die Faust an. >> Unter die Nase, oder wohin willst du sie haben, hä? << Der Wolf zuckte kaum mit dem Ohr und fraß ihn, ohne auch nur zu antworten. Der zweite, der den Jäger rufen sollte, traf bald den Fuchs. Und er rannte und holte den Jäger. »Ach, ein Häslein <<, sagte der Jäger, >>und gleich so nah. Da brauche ich nicht einmal Schrot. << Aus, tot für immer und ewig. Armer Hase. |
|||
| Die Hasenmädels suchten sich große, starke Hasen, bekamen 20 und 30 Kinderchen und mußten tagein und tagaus arbeiten, um sie satt zu bekommen, das Leben war eine einzige Plage. | |||
| Nur Jochen Gummibär erging es gut, denn er achtete nicht den Rat des Vaters. Er zog auf Abenteuer aus, foppte den Jäger, indem er sich von ihm jagen ließ und dann in einem Mauseloch oder in einem leeren Schneckenhaus verschwand. | ![]() |
||
|
Und hinten in der Ferne fing der freche Fuchs in Ruhe seine Hasen, ohne daß der dumme Jäger ihn sah. | ||
| Jochen Gummibär legte sich auch oft mitten auf den Waldweg, wo die Spaziergänger und Naturfreunde herumgingen. | ![]() |
||
| Ließ sie auf 10 Zentimeter herankommen, und war dann wie ein Blitzkäfer verschwunden. Manch einer von diesen Leuten glaubte dann, er habe schlechte Augen, sähe Traumgebilde am hellichten Tag, und kaufte sich unnötig eine Brille. |
|
||
![]() |
Oder Jochen Gummibär ging auf die Hirschkäferjagd. Kämpfte mit den blanken Fäusten gegen die gewaltigen Tierchen. | ||
| Und besiegte sie. Und er wurde alt und grau, und keiner hat ihn je erwischt. |
![]() |
||
So ist das, Kinder |
|||